Afrika

Montag, 5. Januar 2009

Guinea

Nach Überwindung kleinerer Diolareiche gründete Samori Touré auf dem Gebiet des heutigen Guinea einen islamisierten Militärstaat, dessen Höhepunkte in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts lagen und der eine Grösse von etwa 200.000 Qadratkilometer erreichte. Zur gleichen Zeit stiessen französische Militärkolonnen von Senegal aus immer weiter ins Innere Westafrikas vor. 1882 fügte ihnen Samori die erste Niederlage zu, der weitere Auseinandersetzungen folgten. Samori erkannte, dass er sich auf längere Zeit gegen die französischen Eroberer nicht würde durchsetzen können. So schloss er 1886 einen Friedensvertrag, in dem er das Gebiet links des Nigers den Franzosen abtrat.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Gambia

Wie bei anderen "Landnahmen" erfolgte auch in Gambia eine getrennte Entwicklung von Küste und Hinterland als Colony und Protectorate. Die Colony war durch die Entwicklung eines einheimischen Bürgertums charakterisiert, das seine Einkünfte aus Handel und Transport bezog. Seine Mitglieder waren christianisiert, nahmen sich britische Lebensweisen zum Vorbild und arbeiteten mit der kolonialverwaltung zusammen. Sie gründeten schulen und die besseren Familien schickten ihre Kinder zur Weiterbildung ins Ausland, meist nach Sierra Leone oder Ghana. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts zogen Händler und Handwerker der Wolof zu, die Moslems waren.

Dienstag, 5. Februar 2008

Benin

Die Lebensformen des kreolischen Bürgertums in den Küstenstädten von Benin veränderte sich während der Kolonialzeit deutlich. 1889 zählte diese Gemeinschaft etwa 500 Mitglieder. Sie waren europäisiert, gebildet und sprachen Portugiesisch. Nur ein Teil von ihnen blieb auch im 20. Jahrhundert als Händler oder Transportunternehemer erfolgreich. Die meisten aus Brasilien stammenden Einwanderer integrierten die Franzosen in die kolonale Gemeinschaft als Dolmetscher, Lehrer und Angestellte in Wirtschaft und Verwaltung. Die durch Verdrängung aus der Wirtschaft und den zumehmend rassistischen stil der kolonialen Gesellschaft frustrierten Kreolen sahen in dieser Zusammenarbeit eine Chance, verlorenen Boden wieder gut zu machen.

Mittwoch, 30. Januar 2008

Somalia

Zur Grossgruppe der Samal (Somal) gehören die Darod, Dir, Hawiye und Isaq. Ihre Mitglieder machen die Mehrheit der Bevölkerung in Somalia aus. Die Sab, bestehend aus den Digil und Rahanweyn sind in ihren Augen von "minderer Abstammung". Der Anteil der sesshaften Bevölkerung vergrösserte sich in Zusammenhang mit fremdem Einfluss. Einerseits gab es Handelsstädte und Handelsniederlassungen an der Küste, von denen einige, wie Zeila und Mogadishu, als arabisch-persische Gründungen schon sehr alt sind. Andererseits förderte die Kolonialmacht aus Italien im Süden von Somalia den Ausbau einer modernen Landwirtschaft, deren Zentren einen Teil der einheimischen Bevölkerung banden.

Dienstag, 29. Januar 2008

Mali

Die Grenzen auf dem Gebiet des heutigen Mali wurden unter der Kolonialherrschaft von Frankreich mehrfach verschoben: 1932 kam ein Teil Obervoltas (dem heutigen Burkina Faso) dazu, der 1947 wieder abgetreten werden musste. 1944 verlor Mali rund 300.000 Quadratkilometer, die Mauretanien eingegliedert wurden. Diese Veränderungen zogen Grenzstreitigkeiten nach der Unabhängigkeit der beiden Länder nach sich. Mauretanien und Mali einigten sich auf diplomatischer Ebene. Zwischen Mali und Obervolta kam es dagegen im Jahr 1974 und wieder 1985 zu bewaffneten Konflikten.

Montag, 28. Januar 2008

Zentralafrikanische Republik

Wirtschaft

Im Vordergrund steht für die Bevölkerung die Subsistenzproduktion (Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse, Süsskartoffel). Exportkulturen (Baumwolle, Kaffee, Tabak) verloren wegen der staatlichen Misswirtschaft ihre Bedeutung. Auf dem Schwarzmarkt oder in Nachbarländern können bessere Preise erzielt werden.
Wichtigstes Bergbauprodukt: Diamanten (54 Prozent der Exporte), doch nur zwischen 20 und 50 Prozent der Produktion werden legal ausgeführt. Die Zentralafrikanische Republik weist zwar grosse Holzvorkommen auf, die Verwertung leidet aber vor allem unter Transportschwierigkeiten.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Kongo

In der Landwirtschaft steht die Selbstversorgung im Vordergrund: Maniok, Bananen und Mais. ausgeführt werden u.a. Kaffee und Palmöl. Dominierend ist bei den Exporten allerdings der Bergbau: Kupfer, Zink, Kobalt, Diamanten und Erdöl.
Kongo befindet sich seit Mitte der 70er Jahre in einer ständigen Krise, gekennzeichnet durch eine Inflation über 100 Prozent, hohe auslandsverschuldung und Preisverfall bei den mineralischen Rohstoffen. In Verbindung mit den schwankenden Bedingungen des Weltmarkts haben Korruption, Diebstahl am Staatsvermögen und schlechte Verwaltung das reiche Land in den Ruin geführt.

Freitag, 18. Januar 2008

Senegal

Die wirtschaftliche Veränderung unter der Kolonialherrschaft von Frankreich vom Sklaven- und Gummihandel zur Produktion und Vermarktung von Erdnüssen, brachte neue regionale Schwerpunkte. Dakar avancierte zum Sitz des Generalgouverneurs des kolonialen Staatenbundes Afrique Occidentale Francaise. Es wurde Hauptstadt des Französischen Westafrika und entwickelte sich zum wirtschaftlichen und intellektuellen Zentrum der kolonialen Föderation. St. Louis blieb Sitz der Gouverneure von Senegal und Mauretanien, doch seine Bürger mussten allmählich ihre Vorangstellung mit der jungen Elite aus der Kolonie teilen. Hauptstadt des Sengal blieb es, bis Mamadou Dia 1958 Regierung und Parlament nach Dakar verlegte, wirtschaftlich jedoch wurde bereits vorher Provinz.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Algerien

In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts verlor die Oberschicht aus der Türkei zunehmend an Macht, während einheimische Führer und islamische Bruderschaften an Einfluss gewannen. Die Kontrolle des Mittelmeerhandels, aus der Sicht der Europäer in Form einer Seeräuberei, hatte Algerien lange Zeit Tribute europäischer Handelsmächte eingebracht. Damit war es zu Ende, als Briten und Franzosen 1816 die algerische Flotte zerstörten. Französische Handelshäuser erkauften sich bei den türkischen Statthaltern Monopole und verdrängten die einheimischen Kaufleute aus dem Handel mit Europa.

Freitag, 11. Januar 2008

Kamerun

Kriege und Zwangsarbeit bzw. Trägerdienste kosteten zahlreiche Menschen das Leben. Nach Schätzungen um 1900 starben 30 bis 50 Prozent der Arbeiter, die aus dem Landesinneren an die Küste verbracht wurden, als Folge der ungewohnten Ernährung, der anfälligkeit für Malaria und andere Krankheiten, sowie der sozialen Spannungen und psychischen Belastung, die sie ertragen mussten. Während der gesamten deutschen besatzungszeit wurden Güter durch ganz Kamerun transportiert, auf der Strasse von Kribi nach Yaounde kamen beispielsweise einmal 85.000 Träger (Männer, Frauen und Kinder) zum Einsatz.
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